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Wer ist ein Pfadfinder und wofür steht er?

Die Generation-50plus ist für das Pfadfindertum der Neuzeit hervorragend geeignet. Haben wir als Erwachsene dieses “Herumstreunen” abgelegt und uns den ernsthaften Dingen des Lebens zugewandt, sind diese kindliche Neugier und die Werte-Schätzung tief in uns geblieben.

Dazu wird zuerst einmal geklärt wie der Name entstanden ist. Dafür habe ich “Herrn Google” bemüht und bei Wikipedia folgenden Absatz übernommen.

Woher kommt der Name Pfadfinder? (Quelle: Wikipedia)
Wir schreiben das Jahr 1909. Der Stabsarzt Dr. A. Lion übersetzt das Buch „Scouting for Boys“ von Robert Baden-Powell in die deutsche Sprache. Von Anfang an ergibt sich die Schwierigkeit, für das Wort „scout“ eine geeignete deutsche Übersetzung zu finden. Die wörtliche Übersetzung „Späher“ oder „Kundschafter“ ist nicht zu gebrauchen, da sie nur einen kleinen Bruchteil der eigentlichen Bedeutung ausmacht. Der Verleger des Buches führt eine Ausschreibung durch, die dieses Problem lösen soll. Die Menge der eingehenden Zuschriften ist zwar beeindruckend, doch Vorschläge wie „Jungspäher, Spürer, Feldstreifer, Lauerknaben, Renner, Tummler“ treffen nicht die Bedeutung des Wortes „scout“, wie es von Baden-Powell geprägt wurde. Dr. Lion ist daher fast schon geneigt, das Wort überhaupt nicht zu übersetzen und es einfach in den deutschen Sprachgebrauch zu übernehmen. Da jedoch der Name die Tugenden Ritterlichkeit, Höflichkeit und Nächstenliebe widerspiegeln soll, schlägt Dr. Lion den Namen „Jungritter“ vor. Wohlwollende Freunde raten ihm ab, da diesem Wort unter Umständen ein mittelalterlich-feudaler Gedanke untergeschoben werden könnte. Ein Anspruch an den Scout ist es, dass er überall seinen Weg zu finden weiß. In der Stadt, auf dem Land, im Gebirge und im Wald. Er muss also ein „Pfadfinder“ sein… …Dr. Lion schreibt dazu: „Das Suchen und Finden des richtigen Lebenspfades, des Pfades, der zu Gesundheit und Kraft, zur körperlichen und moralischen Festigung der Jugend führt, das soll die Bedeutung des Wortes „Pfadfinder“ sein.“ (Quelle: Das Pfadfinderbuch, Hrsg.: Dr. A. Lion, München, 1909)

Ein Pfadfinder soll also überall in der Lage sein, seinen Weg oder Pfad zu finden. Und er hat Werte, die er verinnerlicht und lebt. Robert Baden-Powell, der Gründer der Pfadfinderbewegung, lebte im neunzehnten Jahrhundert in schwierigen Zeiten. Sein Großvater unternahm mit ihm zur Ablenkung Streifzüge in die Natur und weckte so in ihm die Abenteuerlust. Später erkannte das Kind, dass das was ihm Freude und Abwechslung brachte, für die ärmeren Menschen nicht so einfach machbar war. Er wollte aber gerne so viele wie möglich daran teilhaben lassen und mußte den Standesunterschied, der sich damals durch Kleidung und Wohnort zeigte, überbrücken. So kam er auf eine einheitliche Kleidung, ähnlich einer Uniform. Sein Tun umschrieb er als “learning by doing” (lernen durch tun) und die besagten Werte wurden festgeschrieben. Hilfsbereitschaft, Ehre, Loyalität und Freundlichkeit waren so wichtig wie Ehrlichkeit, Respekt und Kameradschaft.

Die Generation-50plus ist für das Pfadfindertum der Neuzeit hervorragend geeignet. Haben wir als Erwachsene dieses “Herumstreunen” abgelegt und uns den ernsthaften Dingen des Lebens zugewandt, sind diese kindliche Neugier und die Werte-Schätzung tief in uns geblieben. Wir brauchen sie in uns nur zu suchen und zu finden. Tatsächlich hätten wir es nie aufgeben müssen aber unsere Gesellschaftsform hat uns etwas Anderes vorgegeben und wir haben uns daran gehalten.

Pfade suchen, finden und gehen ist nichts Neues oder Verrücktes, es kann unser Leben bereichern und eventuell auf den Kopf stellen. Warum nicht? Betrachten wir es genauer.

Eine Gruppe Menschen begegnet sich auf Augenhöhe und will gemeinsam eine Idee zu einem Projekt umsetzen. Sie stellen fest, was sie dafür alles brauchen und notieren es. Als nächstes überlegen sie was für Tätigkeiten notwendig sind und wer für die einzelnen Schritte in Frage kommen kann. Zusammen schreiben sie auf, wer welche Fähigkeiten und Erfahrungen hat und entscheiden miteinander schlussendlich die Aufgabenverteilung. Jeder ist wichtig für die Realisierung und nur mit gebündelten Kräften schaffen sie es in der geplanten Zeit. Durch die Werte, die alle kennen und an die alle glauben, gibt es kein besser oder schlechter. Während der Projektphase haben alle Spaß am Tun und freuen sich über jeden kleinen Schritt. Sie ermuntern sich gegenseitig und erkennen einander an. Am Projektende sind alle stolz auf die gemeinsame Leistung und zufrieden mit ihrer Arbeit. Gab es Schwierigkeiten oder Probleme? Wahrscheinlich. Aber das wurde nicht als Versagen gewertet oder gar jemandem angelastet. Es wurde als eine Möglichkeit betrachtet den Schritt zu überdenken und etwas zu verändern. Auch zu verbessern, denn “learning by doing” bietet genau das. Ein Projektergebnis kann also von der ursprünglichen Idee abweichen. Wenn es aber besser geworden ist, ist es dann ein Grund zur Kritik oder eher ein Grund stolz auf das Erreichte zu sein? Das ist eine moderne Variante des Pfadfindertums!

Ver-rückte Geschichte? Wenn ich darüber nachdenke, wie ich als Kind mit den Nachbarskindern gespielt hatte, waren es gemeinsame Entdeckungstouren, die grandios waren und wo man leicht die Zeit vergessen konnte. Selbst als Stadtkind hatten wir gute Spielmöglichkeiten. Buden bauen oder miteinander unterwegs durch die Stadtparks.Immer war alles, was wir taten, in eine erdachte Geschichte eingewoben und jeder hatte eine Rolle darin. Auch als junges Schulkind kann ich mich erinnern, dass wir bei den Ausflügen auf Erkundungspfade gegangen sind und sämtliche Funde am Ende gezeigt und erklärt wurden.

Mein neues Pfadfindertum begann im letzten Jahr eher holprig aber es besserte sich mit der Zeit. Das Suchen wurde leichter, das Finden und Gehen auch. Was braucht ein (jung gebliebener) Pfadfinder? Etwas Mut und eine Prise Neugier. Ein wenig sinnieren und träumen ist auch hilfreich. Was würde mich interessieren, was möchte ich gerne nochmal erleben, was habe ich noch nie erlebt und will es aber erfahren? Mancher weiß es genau und muss es sich “nur noch” zutrauen, einem anderen fehlt die richtige Idee. Dann ist eine kleine Recherchearbeit oder die Hilfe zur Selbsthilfe notwendig. Und wer sich trotzdem etwas schwer tut, dem hilft möglicherweise der Podcast, weil er dort auf eine Idee beim hinhören gebracht wird. Ja super! Dann geht es ans umsetzen…

Fragen, die sich der Leser/Zuhörer stellen mag?

Was würde mich reizen?
Was will ich noch tun?
Wo finde ich Unterstützung?
Wer fühlt so ähnlich wie ich?
Wie kann ich das umsetzen was ich mir vorstelle?