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Voneinander lernen, miteinander tun

Nie! “Du kannst so alt werden wie ‘ne Kuh, du lernst immer noch dazu!” Eine alte "Binsenweisheit", da Kühe nur etwa 20 Jahre alt werden. Aber es soll uns sagen, dass wir immer weiter lernen können.

Nie! “Du kannst so alt werden wie ‘ne Kuh, du lernst immer noch dazu!” Eine alte „Binsenweisheit“, da Kühe nur etwa 20 Jahre alt werden. Aber es soll uns sagen, dass wir immer weiter lernen können. Leider kam das Lernen früher in der Schule und in der Berufsausbildung manchem einer Pflichtveranstaltung gleich. Es war weder wirklich fesselnd noch hatte es oberste Priorität, vor allem, wenn der Lehrstoff zu dröge präsentiert worden war. Einen Beruf zu haben suggerierte die Sicherheit eines geregelten Einkommens und war nicht zwingend an Talente und Fähigkeiten geknüpft. (Beispiel: Berufswunsch Mechaniker – keine freie Lehrstelle. / Freie Lehrstelle Maler – Beruf Maler). Und dafür musste gelernt werden.

Und dann gab es da die Dinge, die uns brennend interessiert haben, weil sie unsere Kreativität gefördert haben. Wir haben uns stundenlang damit beschäftigt und unsere Erkenntnisse darüber völlig selbstverständlich angenommen. Die Einschränkungen dazu waren, dass kreative Berufe früher als brotlos, Hilfsarbeiter (um nebenbei etwas Kreatives zu tun) als schlecht bezahlt galten und akademische Ausbildungen für einfache Familien nicht finanzierbar waren. Beruf und Berufung gehörten früher nicht zusammen. Der Beruf hatte das Leben einer Familie abzusichern. Deshalb wurden Vernunftentscheidungen getroffen. Die sichere Arbeit stand im Vordergrund, die Leidenschaft für etwas Anderes wurde dann bestenfalls zum Hobby.

Mittlerweile suchen mehr und mehr Menschen instinktiv wieder nach dem, was so faszinierend war. Träume, die bei vielen zu früh begraben wurden, erfahren ihre Wiederbelebung. Beruf und Berufung. In den letzten 15 Jahren rückte es immer stärker in den Fokus. Heute wird darauf geachtet, dass Kreativität, Ideenreichtum und soziale Kompetenz eine gleich große Rolle spielen, wie Disziplin, Fleiß und Belastbarkeit. Die künftige Generation 50plus wird davon profitieren.


Für die aktuelle Pfadfinderbewegung ist wieder Pioniergeist erforderlich. Es müssen diese fast erloschenen Feuer neu angefacht werden. Und wenn das gelingt, ist die Vielfalt an Möglichkeiten groß. Die wohl beste Nutznießung der modernen Welt ist das Internet. In sekundenschnelle auf Wissen und Erkenntnisse zugreifen zu können, mit Menschen aus aller Welt zu kommunizieren, online zu studieren oder sich ein Geschäft aufzubauen, sind lohnenswerte Dinge. Es ist eine großartige Zeit um sich neu zu entdecken. Es gibt im World-Wide-Web Geschichten über Aussteiger im reifen Alter. Menschen, die ihr Hobby zum Beruf gemacht haben, die ihre speziellen Kenntnisse als Mentoren anbieten, die mit anderen in einer Gemeinschaft etwas tun oder die sich ehrenamtlich engagieren. Das edelste Motiv wäre allerdings seinen Kindern und Enkeln ein neues Vorbild zu werden. Es geht so viel und diese Berichte belegen es.

Im klassischen Geschäftsleben hat die harte Ausgrenzung erste Auswirkungen gezeigt. Junge Menschen sind schnell, wendig und immer flott unterwegs. Ihre geforderte ständige Erreichbarkeit hält sie konstant “unter Strom”. Dazu lassen sie sich fast rund um die Uhr beschallen. Reizüberflutung führt zu Unruhezuständen. Die Anforderungen steigen und der Leistungsdruck nimmt zu. Die Ausfälle auch. Ignoranz hat das Potential zum Desaster. Das jugendliche Prinzip greift nicht mehr lange.

Ältere Mitmenschen können auf Grund von Erfahrung und Wissen gelassener reagieren und umsichtiger handeln. Sie sind zwar langsamer aber stetiger und bedachter. Über die Berufsjahre haben sie vieles ausgebaut und verfeinert, was heute unter dem Begriff “social skills” (soziale Kompetenz) gefragt ist. Es gibt keinen echten Grund zum separieren, nur einen zum integrieren. Das Leben ist Gegensatz, die zwei Seiten der Medaille. Die bessere Synergie ist Verknüpfung und Partizipierung. Wie ratsam kann es sein von einem jungen Menschen die Erfahrungen eines 50-jährigen zu erwarten, ihn aber wie einen 20-jährigen zu bezahlen. Was bringt ein Absolvent mit, wenn er von der Universität oder Hochschule kommt? Jede Menge Theorie! Viel Lehrstoff nach dem Trichterprinzip. Welche praktischen Erlebnisse und Erfahrungen hat er? Wenig bis gar keine. Ihm wurde nur glauben gemacht, dass er bereits alles wüßte. Ja die zwei Seiten der Medaille, Theorie und Praxis. Wenn sie nicht dem Yin-Yang-Prinzip entsprächen, gäbe es die beiden Begriffe nicht. Daher kann es nur heißen: voneinander zu lernen und miteinander zu tun.

Fragen, die sich der Leser/Zuhörer stellen mag:

Was für Erfahrungen hab ich bisher gemacht?
Welchen Traum musste begraben?
Wie kann ich einen alten Traum neu leben?
Wer kann mir weiterhelfen?
Was brauche ich dafür?