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Sicherheit

Was wir Menschen lieben ist das Gefühl der Sicherheit. Deswegen wird es mit so vielen Synonymen verbunden. Es wird in allen Bereichen genutzt. Es reicht von finanzieller und materieller Sicherheit bis zu einem beschützten Dasein.

Diese Synonyme sprechen für sich: Behütet sein, Geborgenheit, Gewissheit, Glaubwürdigkeit, Klarheit, Stichhaltigkeit, Verlässlichkeit, Wahrheit, Zuverlässigkeit, Geschick, Gewandtheit, Selbstbewusstsein, Selbstvertrauen, Wendigkeit, Routine, Bürgschaft, Garantie, Kaution und Unterpfand.

Und das sind noch längst nicht alle. Nimmt man uns nur eines davon weg bzw. stellt es in Frage, kann das Sicherheitsgefühl schnell Risse bekommen. Aus der Balance gekommen fangen wir an zu rudern. Warum? Es gehört zu unseren Ur-Instinkten. Schutz und Geborgenheit bedeuten, dass sich Menschen sicher fühlen. Fehlt es, empfinden wir eine gewisse Leere und Kälte. Zum wachsen und gedeihen sind wir aber auf Schutz und Geborgenheit angewiesen. Dass es sich im Laufe der Zeit in alle Lebensbereiche verzweigt hat, zeigt wie bedeutsam die Sicherheit für uns alle ist.

Als Kind habe ich diese Leere und Kälte erfahren müssen. Mein Elternhaus war ein zusammengewürfeltes Dreieck aus leiblicher Mutter, leiblichem Vater mit Ehefrau und Pflegeeltern. Ich hatte schon erwähnt, dass ich sehr streng erzogen wurde. Was mich aber immer noch mehr getroffen hatte, waren die Schweigeperioden. Nach der Prügel kam das Schweigen. Keine Antworten auf meine Fragen, nur Zurückweisung. (Heute glaube ich übrigens, dass es meine Ziehmutter viel mehr berührt hat, ihren Frust bei mir auszulassen, als sie angenommen hat und deshalb ihr innerer Rückzug). Um es mal etwas sarkastisch auszudrücken, es war sicher, dass ich Schläge bekam, wenn ich nicht ohne Widerspruch gehorchte (mein Widerspruch kam oft über die Augen) und es war sicher, dass ich mit “Liebesentzug” noch zusätzlich bestraft wurde.

Die Schmerzen habe ich als Kind verdrängt und heute sind sie vergraben. An was ich mich aber noch genau erinnere ist das Gefühl. Mein Selbstwertgefühl war erschüttert, meine innere Balance gestört. Ich war schutzlos, nackig und hatte den Halt verloren. Ängste kamen hoch und übernahmen die Kontrolle. Wer das in ähnlicher Weise erlebt hat, kann sehr gut nachvollziehen was ich damit sagen will. Dazu muß ich nicht bis ins kleinste Detail gehen.

Das Gute war später im Erwachsenenalter, dass ich eine Person in meinem Leben hatte, die mir gezeigt hat, wie wichtig Wärme und Geborgenheit ist. Und das man es erlernen kann. Das hat mir und meinen Kindern wirklich sehr geholfen.

Heute sage ich, das möchte ich so nicht noch einmal erleben und trotzdem hat es für mich etwas Lehrreiches gehabt. Ich weiß, dass ich – egal wie alt ich bin – immer noch dafür sorgen kann, dass ich in mir Stabilität erschaffen und erhalten kann. Ich kann all das aufbauen, was für mich gefühlt wichtig ist um innerlich robust und ausgeglichen zu sein. Für jeden von uns setzt sich dieses Sicherheitsgefühl aus individuellen, kraftvollen Komponenten zusammen, die verschieden stark sein müssen. Und das hängt mit der jeweiligen Historie zusammen. Aber wir können es alle.

Und kommt es zu einer Situation, die uns wieder “triggert”, also diese alten Gefühle auslöst, dann wissen wir viel besser damit umzugehen, weil wir erkennen woher es kommt und warum es da ist. Und das empfinde ich als ein Geschenk!

Ist es Dir ähnlich ergangen? Hast du es auch geschafft dein inneres Gleichgewicht wieder zu finden? Hast du etwas Anderes erlebt aber dieselben Gefühle erfahren? Oder ist noch etwas was jetzt geklärt werden darf?

Sprich gerne mit mir darüber. Es ist doch möglich, dass wir gemeinsam einen Pfad finden, der dich zu mehr Gewissheit, innerer Freiheit und Leichtigkeit führt. Dieses Gespräch kostet dich nur etwas Mut und Zeit. Per Email oder, wenn Du auf Facebook bist, in der geschlossenen Gruppe (Generation-50plus-Pfadfinder / D/ein neuer Pfad wartet auf Dich).

Ich freu mich, wenn Du den ersten Schritt machst.

Deine Pfad(e)findercoachine                                                                                                            Karin Lieberenz aus OFriLa