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Im Hier und Jetzt – warum der Augenblick zählt

Der Augenblick zählt. Das Hier und Jetzt ist die Sekunde in deinem Leben, die das Leben so lebendig und lebenswert macht. Es ist die Basis für alles Folgende und somit immens wichtig, ob es bereichert und gewinnstiftend ist.

Wenn etwas geschieht was uns in die eine oder andere Richtung schubst, geschieht das nicht im Nachgang oder in Voraus, es geschieht in dem Augenblick in dem wir gerade sind.

Eine Nachricht erreicht dich immer direkt und zieht dir dann – unter Umständen – den Boden unter den Füßen weg oder katapultiert dich in ungeahnte Höhen. Natürlich haben Vergangenheit und Zukunft eine wichtige Aufgabe aber nicht die, die wir ihr zuschreiben.

Die Einen leben in der Vergangenheit, weil sie sich lieber gerne erinnern oder weil sie sich in den kleinen oder größeren (vermeintlichen) Katastrophen, die das Leben ihnen bescherte, suhlen. Das was wir erlebt haben war real, darauf beruhen unsere Erfahrungen und ein Teil unseres Wissens. Vor allem befinden sich dort unsere dazugehörenden Gefühle. Und dort liegen auch unsere Blockaden, die darauf beruhen, was wir als unsere Tatsachen angenommen und akzeptiert haben.

Die Anderen leben in der Zukunft, weil sie gerne träumen und Luftschlösser bauen. Sie haben sich entschieden eine für sie angenehmere Scheinwelt aufzubauen. Sie ertragen Vergangenes nicht und suchen Schutz und Sicherheit in der Zukunft. Hier kommen zu alten weitere neue Blockaden dazu. Das Wissen, dass alles mehr schlecht als gut ist wird ausgeblendet und durch Scheinwissen ersetzt.

Helfen diese beiden Pfade unser Leben so zu gestalten, dass alte Wunden heilen dürfen und neue Pfade beschritten werden können bzw. dass das Schöne, was erträumt wird sich bewahrheiten soll?

Ich habe beides gelebt – Vergangenes gehegt und gepflegt und versucht mit meinen tiefsten Tiefen Aufmerksamkeit und Mitgefühl zu erzeugen. Und auch in den tollsten Traumschlössern gelebt. Das Einzige was ich damit wirklich erreicht habe, war Zeit “tot zu schlagen”. Nach einer Weile wollte sich niemand mehr meine traurigen Geschichten von früheren ‘Tragödien’ anhören oder meine wilden Fantasien erleben, die jenseits von Gut und Böse waren.

Das war der Beginn (m)einer Reise zu dem was wir das “Hier und Jetzt” nennen. Es konnten uns nur die wenigsten zeigen, jedenfalls von unseren Eltern und Großeltern. Die Generation 50plus wurde natürlich mit in den Sog der Neuzeit genommen aber mit dem alten Ballast. So waren wir – mehr oder weniger – alle auf uns selbst gestellt.

Bewußtsein war ein so großer Begriff, eigentlich ein Fremdwort. Wie geht das, was muß man dafür tun? Ein langer Pfad, ein steiniger Weg. Dann erinnerte ich mich, dass mich Kleinigkeiten erheitern oder erfreuen konnten. Ich war in der Lage etwas Schönes aus dem vermeintlich Belanglosen zu erkennen. Mit etwas Übung habe ich bei Rückschlägen die kleinen Dinge gesucht (und gefunden), die mir Trost oder Freude spendeten.

Energie war ein weiteres gewaltiges Wort. Ich kannte es aus der Physik. Jahre später war ich in der Lage Verknüpfungen zu erkennen. Gänsehaut ist Energie, Hitze ist Energie, Gefühle sind Energie, Emotionen erst recht. Liebe ist Energie. Alles ist Energie, messbar und erlebbar.

Um in das Hier und Jetzt zu kommen muss das Kopfkino runter gefahren werden, Vergangenheit und Zukunft zur Seite treten. Den Augenblick schöpft man ganz aus, wenn man innerlich ruhig werden kann. Dazu eine kleine Geschichte: “Ich fuhr früh am Morgen zur Arbeit. Es war ein sehr schöner, klarer Tagesanbruch. Morgennebel waberte über die Felder und Wiesen. Die ganze Zeit hatte ich das Gefühl ich müsse anhalten um das zu fotografieren. Es huschten so viele Gedanke durch meinen Kopf, ob ich das nun tun sollte oder nicht. Ich bin schließlich auf dem Weg zur Arbeit, die Pflicht ruft und es ist keine Zeit dafür… usw. usw. nach ca. 20 Minuten habe ich dann doch angehalten und bin ein paar Meter zurück gelaufen. Es war frisch und ich fror. Wieder der Kopf der meckerte, was das soll. Aber ich habe es getan und einen Augenblick verharrt um es voll und ganz in mich aufzunehmen. Dann ging ich zum Auto. Auf der Gegenseite kam ein Fahrradfahrer, der auch offensichtlich auf dem Weg zur Arbeit war. Er lachte, wies auf meine dünne Bekleidung und fragte, ob es sich gelohnt hat. Ja, ist der Hammer, war meine Antwort, die ich zur anderen Straßenseite rief. Dann hielt auch er an und zückte sein Smartfon. Ein sehr schönes Gefühl machte sich breit. Ich lächelte die ganze Zeit vor mich hin und der Tag war ein voller Gewinn, trotz der schweren Arbeit, die natürlich auch an diesem Tag schwer war. Ich habe es aber viel leichter ertragen”. (Titelbild zu diesem Blogbeitrag ist das besagte Foto.)

Übrigens bin ich mir sicher, dass es dem Anderen sehr ähnlich ergangen ist.

Der Augenblick zählt. Das Hier und Jetzt ist die Sekunde in deinem Leben, die das Leben so lebendig und lebenswert macht. Es ist die Basis für alles Folgende und somit immens wichtig, ob es bereichert und gewinnstiftend ist.

Wie erlebst du das Hier und Jetzt?

Was hast du gemacht um dein Bewußtsein zu verändern?

Wann willst du tun, um den Fokus neu auszurichten?

Wer bist du durch deine Bewusstwerdung geworden?