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Hartnäckigkeit zahlt sich aus?

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Bis kurz vor Weihnachten hätte ich leidenschaftliche Worte für Hartnäckigkeit gefunden. Dann setzte das Internet aus und damit auch unser Festnetzanschluss und es zog sich über Tage und Wochen hin und entwickelte sich zu einer on/off-Beziehung. Da bekommt die Hartnäckigkeit Risse und jede noch so schöne Motivationsrede über erfolgreiches Umsetzen, wenn man nur Ausdauer und Disziplin hat, also eben diese gewisse Hartnäckigkeit an den Tag legt, wird schal. Ach ja, Theorie und Praxis…

Natürlich sind Herausforderungen dazu da gemeistert zu werden aber eben, der Situation entsprechend, unterschiedlich. Und bevor aus der Hartnäckigkeit Frust wird und auch die letzte positive Stimmung kippt, ist es wichtig inne zu halten.

Ein “harter Nacken” führt schlussendlich nur zu Verspannungen und Schmerzen. Die Betrachtungsweise ist entscheidend. Was kann ich tatsächlich tun. Wo habe ich die Macht, die Dinge entscheidend zu beeinflussen, für mich zum Positiven zu verändern. In meinem Fall waren die Optionen Briefe zu schreiben, keine E-Mails, ist ja kein wirkliches Internet vorhanden – und zu zeitintensiv. In den Servicepoint zu gehen. Keine Empfehlung, weil dort die geschulten Mitarbeiter dich wie einen minderbemittelten Nörgler behandeln “ja aber wir haben Ihnen doch schon mehrmals gesagt, wir arbeiten daran”) – leider zu uneffektiv. Oder über das mobile Telefon die Hotline anzurufen und sich durch die Warteschleifen zu kämpfen um das technische Problem zu melden – null Effizienz. Bei allen Optionen gilt “du kannst nicht gewinnen”! Dann ist es besser sich vorerst zurück zu ziehen.

Meine “Rettung” war ein Buch, was ich vor Weihnachten geschenkt bekommen habe. Es handelt von der eigenen Wertschätzung und dem Menschen als Individuum mit dem ganz persönlichen Lebenspfad (Erlebnisse, Erkenntnisse, Erfahrungen). Wenn ich besonders sensibel in gewissen Lebensbereichen reagiere, hat das mit meiner eigenen Person und den Erfahrungen, die ich bisher gemacht habe, zu tun. Und wird dann, wie in meinem Beispiel geschildert, das Gefühl der Machtlosigkeit als besonders schlimm empfunden, nagt dieses sich-nicht-ernst-genommen-fühlen sehr heftig am Ego. Da ist ein aus der Situation gehen von großer Bedeutung. Denn anfangs ist es gar nicht klar, dass ein wunder Punkt berührt wurde, der, je länger es dauert, sich anfühlt, als wenn permanent Salz in die Wunde gestreut wird. Eine Lösungsmöglichkeit kann so nicht kommen. Erst durch die Hintertür wird es machbar.

Bei mir war es ein lieber Freund, der mich auf den “Plan B” gebracht hat. Und der greift jetzt, bis Plan A, die schnelle Internetverbindung, realisiert wird.

Und wieder mal muss ich mir eingestehen, es gibt Lösungen. Anders als erwartet aber trotzdem praktikabel. Aufgeben ist keine Option, kurze Pause einlegen schon. Und ja, man darf sich sogar mal richtig bemitleiden und “abhängen”, sich mit etwas Anderem beschäftigen. Alles was uns sehr wichtig ist, meldet sich sowieso regelmäßig, klopft sozusagen in unserem Kopf an und fragt nach dem Stand der Dinge. Es stimmt auch, dass, wenn man sich sehr viel Pausenzeit gibt, es schwerer wird wieder Tritt zu fassen. Es ist aber nicht unmöglich. Hier ist es auch die eigene Wertschätzung, die freundlich erinnert und die Auszeit gar nicht krumm nimmt. Und dann ist man plötzlich wieder im Fluss (‘flow’ auf englisch). Und es gelingt auf Anhieb etwas für eine Sache oder Projekt zu tun. Dann kommt natürlich auch immer wieder dieselbe Frage auf “Warum habe ich nicht schon eher angefangen. Es geht doch”? Stopp!!! Hier ist ein kleiner Fallstrick. Denn jetzt neigen manche dazu sich schlecht und klein zu reden (im Kopf) und DAS ist kontraproduktiv. Es hat eben so lange gedauert und vielleicht geht es bei der nächsten Auszeit ja etwas schneller und wenn nicht, was soll’s?! Alles darf geschehen, wenn die Zeit gekommen ist. Blickt man dann später mal zurück, relativiert sich vieles sowieso. Das was uns als schier endlose Wegstrecke vorgekommen ist, war tatsächlich nur eine relativ kurze Zeitspanne.

Nacken entspannen und lächeln. Der nächste kreative Schwall kommt…

 

Fragen, die sich der Leser bzw. Zuhörer stellen mag:

  • Was war die letzte große Herausforderung bei mir?
  • Wo sind meine sensiblen Stellen?
  • Wie kann ich mich mehr wertschätzen (lernen)?
  • Wie habe ich mich aus dem Tief befreien können?
  • Was hilft mir zurück in den Fluß (flow) zu kommen?

Ein Kommentar

  • ….wie war das noch?
    Herr, gib mir die Kraft die erforderlichen Dinge zu tun,
    gib mir die Gelassenheit, das Unmögliche zu unterlassen
    und die Weisheit, Beides voneinander unterscheiden zu können.
    (oder so ähnlich)

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