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Expertin/Experte ohne ein Diplom “an der Wand”

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Vor kurzem war ich bei einem Wertschätzungs-Webinar und eine Frage ist bei mir hängengeblieben. Bin ich auch ein Experte, wenn ich kein Diplom oder Zertifikat habe? Oder bin ich nur ein “Fachmensch”, wenn mir eine schriftliche Qualifikation das bescheinigt?

Was machte eine Person zum Experten?

Früher haben wir einen kompetenten Menschen erwartet, der sich nachweislich in der Materie auskennt. Er sollte ein hohes Fachwissen haben und mit Methoden und Strategien vertraut sein, die eine Lösung beinhalten. Wir haben Menschen mit Urkunden grundsätzlich als Autoritäten akzeptiert, ob wir ihre Sprache verstanden haben oder nicht.

Was brauchen und erwarten wir heute?

Heute wissen wir, dass Fachleute neben ihrem Wissen auch die Gefühle und Emotionen zu berücksichtigen haben. Hier wird das erlernte Wissen vorrangig als Tool (Werkzeug) benutzt. Wir sind denkende und fühlende Wesen. Daher sind unsere sozialen Kompetenzen sehr wichtig. Richtige Kommunikation, Einfühlungsvermögen und Erfahrungswerte sind Voraussetzungen, um mit Menschen nachhaltig zu arbeiten. Zuhören und mit dem Herzen zu sehen, sind für den Aufbau von Nähe und Vertrauen unverzichtbar. Schuld und Schwächen bringen nicht mehr weiter, das Aufzeigen der Stärken, die jeder Mensch hat, schon. Es geht darum, dass der Suchende vorurteilsfrei das (Weiter-)Laufen lernt. Kopf und Herz zusammen haben den entscheidenden Synergieeffekt bei der Arbeit mit und für Menschen.

Wie ist das machbar?

Wir können allein mit unseren Erfahrungswerten plus unseren Talenten und Fähigkeiten etwas Gutes für andere Menschen bewirken. Menschen, die ohne Zertifikat an der Wand, sehr erfolgreich andere Menschen in ihre Berufung führen können, nehmen zu. Sie zeigen, was man mit dem eigenen ‘Gabenschatz’ macht, damit respektvolle Beziehungen wachsen und gesunde entstehen können. Ihre Erfahrungen bei Problemlösungen sind ihre Kenntnisse. Sie erzählen Geschichten über die eigenen Höhen und Tiefen im Leben, wie sie hineingeraten sind und wie sie diese überwunden haben.

Wir sind Unikate und haben die Anlagen in uns, für bestimmte Menschen ein Segen zu sein. Die Basis dazu ist,

ich werde mir bewusst, wo ich schon immer anderen helfen konnte
ich erkenne was es ist, dass ich wie selbstverständlich tun kann
ich erlaube mir, mich und meine Gaben richtig wertzuschätzen
ich sehe klar meine Einzigartigkeit und entfalte sie immer weiter
ich lasse destruktive Gedanken zu und nehme sie für den Augenblick an
ich respektiere, dass mein Wachstum nur durch Veränderung entschieden wird
ich weiss, wir alle lernen Schritt für Schritt und alles dauert eine bestimmte Zeit

Fachmenschen, die eigenverantwortlich im Sinne ihrer Firma handeln, die Vorschläge einbringen und konstruktive Kritik äußern sind für Unternehmer “eigentlich” unabdingbar. Genau solche Experten bescheren zufriedene, treue Kunden und ein gesundes Wachstum. Sie helfen den Chefs indem sie deren ständigen Verantwortungsdruck minimieren. Und die Experten, die ihre Hilfe zur Selbsthilfe freiberuflich anbieten, werden mit ihrer Dienstleistung die Menschen unterstützen können, die das attraktiv finden und brauchen.

Wir haben fünf bzw. sechs Sinne, so wurden wir geboren. Nichts ist ohne Grund vorhanden. Und nichts bleibt für immer in Stein gemeißelt. Wenn wir wollen, können wir weiterlernen, neue Glaubenssätze oder andere Sichtweisen annehmen – jederzeit. Der Blumenstrauß an Möglichkeiten ist größer und bunter denn je, damit für den Hilfesuchenden der bestmögliche Hilfegebende da ist – angestellt oder freiberuflich, mit oder ohne schriftliche Zertifikate.

Fragen, die sich der neugierige Leser und Hinhörer stellen mag:

Worin besteht mein Expertenwissen?
Was kann ich tun um mein Können herauszufinden?
Wer interessiert sich für meine Kompetenzen?
Wann ist die richtige Zeit meinen inneren Schatz nach außen zu tragen?
Welchen Menschen helfe ich bereits bei der Lösungsfindung ohne es zu realisieren?