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Eine mystische Erfahrung – Teil 1

Wann hattest du deine letzte? Hattest du schon mal eine, mehr oder weniger bewußt? Und was hat es mit dir gemacht?

Ich hatte kürzlich eine und bin darüber immer noch sehr erstaunt, weil ich es anders erwartet hatte. Weder eine Erwartungshaltung noch eine diffuse Vorstellung davon sind hier platziert. Es ist in der Regel eben ganz anders.

‘Mystisch’ erklärt sich als ‘geheimnisvoll’, ‘rätselhaft’ und ‘unergründlich’. Mit dem menschlichen Verstand gemessen völlig richtig. Wenn unser Verstand etwas nicht (be)greifen kann, dann beginnt er zu rotieren. Er versucht wieder (s)eine Ordnung herzustellen. Unser Gehirn ist da schon etwas flexibler. Hier wird in Schubladen gedacht. Und wenn etwas geschieht wozu es Bilder, Emotionen, Gefühle oder Erfahrungswerte bekommt, beginnt es mit der Katalogisierung. Dann erhält auch das mystische eine eigene Schublade und ist damit wieder abrufbar. Unser Verstand hingegen will es sachlich, rational messen, erforschen und analysieren können. Geht das? Mittlerweile “jein”. Es gibt Forschungsreihen (natürlich vorzugsweise in Amerika) mit Probanden, die sich für Testreihen zur Verfügung gestellt haben. Durch Suggestion konnten veränderte Gehirnströme im EEG aufgezeichnet werden. Und hier ist der Knackpunkt. Es war eine gewollte Lehrstunde zur Beweisführung. Eine mystische Erfahrung läßt sich nicht gewollt erreichen – zumindest nicht am Anfang. Meister, zu denen Schamanen, Medizinmänner, Heiler und andere Kundige beiderlei Geschlechts gehören, schaffen es sehr schnell. Sie haben ihren Geist, ihre Seele und ihren Körper darauf trainiert. Sie können ihren Verstand ausschalten oder ruhig stellen, sie sind ein offenes “Gefäß” und lassen geschehen.

Dass das aber auch Menschen wie du und ich können, zeigt, dass wir alle eine Anbindung an “etwas Höheres” haben. Ich nenne es Gott. Und mit Übung erreichen wir auch ein Level auf dem die Energie feiner und schneller schwingt. Dann hat man am Anfang nur mit dem Überraschungsmoment zu kämpfen. Bei mir war es u.a. ein klar umrissenes Wesen, grau wie ein Schatten, das sich hinter einer lebendigen Person zur Seite bewegt hat. Es war dann auch schon fast lustig wie mein Verstand und die Seele sich einen “Schlagabtausch” geliefert haben. Von Einbildung und Täuschung sprach die eine Seite, von höherem Wissen und göttlicher Gnade die andere.

Für mich war es ohne Frage letzteres und nach dieser Entscheidung habe ich in mir nur Dankbarkeit und Frieden gefühlt. (Ich habe gelernt mehr meinem Herzen/meiner Seele zu vertrauen).

Die unbewußten mystischen Erfahrungen widerfahren im Alltag aber jedem. Ungeübt und unwissend tut das derjenige gedanklich als Zufall ab. (Jedes Mal kommt mir bei diesem Wort eine Filmszene in den Sinn, wo der Pastor sagte: “Zufall, ist das Wort, das Gott wählt, wenn er inkognito bleiben will”). Vielleicht ist das auch gut so. Vergleiche ich eine mystische Erfahrung mit einem starken Erschrecken oder schockierendem Erleben, dann können sich die meisten einen Begriff von der Stärke der Situation machen. Übung macht den Meister, ist hier ein absolut passender, weiser Spruch.

Seit dem ich auf dem Gebiet der Mystik, der spirituellen Erkenntnis meine Pfade gehe, fügen sich Puzzleteile zusammen. Es fallen mir wieder Situationen ein, wo ich genau da eine mystische Erfahrung bereits machen durfte. Ohne Wissen, ohne Kenntnis. Ich erinnere mich an die kleine, feine “innere” Stimme, die mich des Öfteren gewarnt hat. Ich wußte auf einmal wieder, wann mein Schutzengel mich vor Schlimmerem bewahrte und wie oft das Licht meine Dunkelheit erhellt hat. 

Worum geht es genau? Das eine tun und das andere nicht lassen. Wir leben hier um Erfahrungen zu machen, um unser einzigartiges Potpourrie an Talenten und Fähigkeiten zum Wohle anderer einzusetzen, um Wissen zu sammel und zu teilen, um die Gegensätze (Ying und Yang) zu erkennen und abzuwägen, um sich vollkommen lieben und schätzen zu lernen, um Gnade vor Recht walten zu lassen und um den Kreislauf des Leben, das Karussell vom Werden-Sein-Vergehen, richtig zu verstehen. Unsere Lebensreise darf alles machen, alles sein. Wenn wir uns heute, egal wie alt wir sind, fragen “was wäre, wenn ich morgen hier “abtrete” und dann doch Rede und Antwort stehen soll, ob mein Leben zufriedenstellend, friedenstiftend war und ich müßte antworten…..”

Im zweiten Teil geht es um weiteres erleben.

Fragen, die sich der Hinhörer und Leser stellen mag:

Welche Erfahrungswerte habe ich?

Wann war meine letzte?

Was hat das mit mir gemacht?

Welche würde ich mir wünschen?

Wie kann ich sie erlebbar machen?