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Die Werte, viel zitiert, wenig verstanden

Der geprägte Überbegriff von sozialen, christlichen oder sittlichen Werten und Normen ist die Ethik. Sie ist die theoretische Lehre vom Handeln mit der Unterscheidung zwischen Gut und Böse.

Wenn man dieses Wort bei Google eingibt zeigen sich viele Ergebnisse. Es wird von Wertvorstellung gesprochen, Wertelisten gezeigt und verschiedene andere Begriffe, die mit dem Wort zu tun haben.

Gerne wird in Zeitungsartikeln, Annoncen und Fernsehinterviews darüber gesprochen. Das Wort ist ein Teekesselchen (altes Kinderspiel, bei dem ein Wort mehrere Begrifflichkeiten hat, was über die Beschreibung der beiden Dinge, ohne sie tatsächlich beim Namen zu nennen, erraten werden musste).

Ein Wert wird gebraucht als Zahl, als Funktion, beim Messen und als physikalische Größe oder eben in der Geistes- und Gesellschaftswissenschaft als soziale, christliche oder sittliche Werte. Beim letzteren sprechen wir auch von den ideellen Werten, deren Preis eben nicht konkret beziffert ist.

Bleiben wir bei den ideellen Werten und betrachten sie. Schon seit der Antike haben sich Dichter und Denker in Schriften damit beschäftigt und untereinander immer wieder über die Ansichten und Auslegungsweisen debattiert. Bei uns gibt es heute noch die Umschreibung, dass mir etwas „lieb und teuer“ ist. Es besagt, dass eine Sache für die eine Person wertvoller als der tatsächliche Materialwert/Preis sein kann, sie diese aber unbedingt haben oder behalten will, während es für eine andere Person sehr wenig oder gar nichts bedeutet, de facto wertlos (also unter dem angenommenen Materialwert/Preis) sein kann. Der Gegenstand mit seinem Wert, ist dem ideellen Empfinden über- bzw. untergeordnet. Prallen Sachverstand und Emotionsebene aufeinander, ist das Tauziehen bzw. ein Streit vorprogrammiert. Beispiel: Die Goldkette der verstorbenen Mutter. Das eine Kind verbindet damit Gefühle und Emotionen, die sehr wertvoll sind. Das andere Kind sieht den Sachwert, weil es teuer verkauft werden kann. Es will lieber den Wert in Geld haben. Der ideelle Wert ist für den einen höher als der tatsächliche. Problemlösung könnte sein, Wert ermitteln und die entsprechende Summe auszahlen. Oder etwas Anderes zum Ausgleich anbieten. Und in der Realität?

Eine Eingrenzung von Werten ist bislang nur in der Bibel und in fernöstlichen Lehren zu finden. Sagt die Bibel “Es bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei, aber die Liebe ist die größte unter ihnen”, sagen fernöstliche Lehren seit jeher, dass der Weg des Herzens (Sitz von Liebe und Erleuchtung) die größte Kraft und damit den größten (ideellen) Wert darstellt.

Der geprägte Überbegriff von sozialen, christlichen oder sittlichen Werten und Normen ist die Ethik. Sie ist die theoretische Lehre vom Handeln mit der Unterscheidung zwischen Gut und Böse. Gegenstand der Lehre ist das was wir unter Moralvorstellung kennen.

Das mit dem wir Heute sehr zu tun haben, ist eine Verwässerung der alten philosophischen Inhalte. Uns sind die verschiedensten Werte bekannt, aber an sie ohne Vorbehalte zu glauben bzw. sie zu leben, stellt eine ziemlich hohe Hürde dar, weil die Praxis leider viel zu oft zeigt, wie die sogenannten Werte verunglimpft oder missbraucht werden. (Dazu wird es einen separaten Artikel geben -> das Wertesystem heute).

Es ist wahrscheinlich, dass wir mangels einer einheitlichen Werteskala versuchen eine eigene Hierarchie unserer Werte zu kreieren. Wie sähe so eine “Top 10 List” aus? Dazu ist es hilfreich auf Werte im einzelnen zu schauen. Im Internet gibt es Wertelisten. Insgesamt wurden weit über 100 alphabetisch geordnete Begriffe aufgezählt. Neben Emotionen und Gefühlen sind auch Synonyme zu finden, die eine Sache aber eher umschreiben. Bei einigen, wie zum Beispiel Pragmatismus, Ordnungsliebe oder Entscheidungsfreude, würde man auch von Talent oder Fähigkeit sprechen. Sie sind jedoch eindeutig wertvolle Eigenschaften.

Bei der Vielzahl an Werten fällt bei längerem Hinschauen eines auf, alles ist in allem. Bin ich ehrlich und offen, kann ich loyal und integer sein. Glaube ich an das Gute und respektiere meine Umwelt, bin ich tolerant, sensibel und empathisch. Liebe ich meinen Nächsten und bleibe fair, bewahre ich Würde, Anstand und die innere Harmonie. Sind mir Begriffe wie Macht, das rechte Mass, Risikobereitschaft und High-Tec wichtig und wertvoll, dann wird mir klar sein, was ich für eine positive Besetzung brauche, nämlich Kompetenz, Führung, Verantwortungsgefühl und Moral.

Gibt es die eine Hierarchie? Ja und nein. Jeder von uns wird schon aus seiner inneren Überzeugung heraus einige Werte besonders betonen und wertschätzen. Das wäre ein Nein. Wenn man aber zu der Erkenntnis kommt, dass alles in allem steckt, gäbe es nur dieses eine “höchste Gut” aus dem sich alle anderen abgetrennt und entfaltet haben – Liebe und dann wäre es ein Ja.

Wertelisten zu finden unter http://www.ichkurs.de/werteliste oder https://www.wertesysteme.de/alle-werte-definitionen/

Fragen, die sich der Leser/Zuhörer stellen mag:

Was haben die alten Philosophen gesagt?
Warum waren sie unterschiedlicher Ansicht?
Wie sieht mein Wertesystem aus?
Welche Werte stehen bei mir ganz oben?
Wie kann ich mich mehr wertschätzen?