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Angst – DER Hemmschuh

Angst haben ist normalerweise etwas Gutes, ein Schutzinstinkt. Verselbstständigt sie sich, dann schadet sie mehr als sie nützt.

Wie kommt es dazu, dass sie unkontrollierbar wird und uns wie ein Gespenst im Nacken sitzt? Angst war vor langer Zeit ein Indikator für Vorsicht. Unsere Vorfahren mußten auf ihre Instinkte vertrauen, wollten sie überleben. Sie besassen noch keine wirkungsvollen Waffen und keine schützenden Häuser. Und heute?

Angst war und ist ein Mittel, was gerne als Erziehungsmethode dient, weil sie Kinder lenkbarer macht. Einschüchterung dämpft Unternehmungslust. Kommt das bekannt vor?

Ein Beispiel: Ich war neugierig und voller Tatendrang. Das war sicherlich anstengend für meine Mutter und sie war oft überfordert. Bevor sie zugeschlagen hat, versuchte sie mir immer erst Angst einzuflößen. Die Angst vor Verlust in jeder Form lähmte mich und nahm mir Schritt für Schritt meinen Forschergeist. Da ich ein sehr phantasiebegabtes Mädchen war und gerne las, wuchsen in meinem Kopf die Schrenkgespinste. Selbst bei einer schönen Geschichte, malte ich mir aus, was alles Schlimmes hätte geschehen können! Später im Leben kamen immer wieder Situationen auf bei denen ich aneckte oder mich nicht überwinden konnte oder verblendet konsequent in die falsche Richtung ging.

Ich hatte dann schon die Vermutung, dass es mit Angst zu tun haben könnte. Ich wußte nur nicht warum. Was war die Ursache? Wovor genau hatte ich Angst? Das herauszufinden dauerte viele Jahre. Was eigentlich ein Geschenk sein sollte wurde zur jahrzehntelangen Qual. Ein besonderes Geschenk, dass JEDER von uns seit der Geburt in sich trägt. Es ist, wenn man so sagen mag, unser Markenzeichen. Wir suchen unbewußt danach ohne zu wissen wonach.

Meine Ängste, die sich bis heute immer mal wieder zeigen (ich gehe jetzt nur anders damit um), sind Angst vor Ablehnung, Angst vor Zurückweisung, Angst vor dem Alleine (zurück) gelassen werden, Angst vor Blamage und Angst vor Verlust.

Als ich es ent-deckt habe, dass genau diese Ängst zu meinem Schatz gehören, konnte ich nur den Kopf schütteln. Es war so offensichtlich. Es war immer da, ich habe es nur nicht erkennen können.

Kennst du deine Ängste? Hast du die eine oder andere schon überwunden? Das ist dann eine großartige Leistung. Gratulation! Wenn nicht, ist es an der Zeit sie herauszufinden? Ein für alle mal ade zu sagen! Sprich es an und schreibe mir. Wir entblättern es gemeinsam!

Wichtige Anmerkung: Wer z.B. eine behütete Kindheit hatte, hat trotzdem Erfahrungen mit Angst und ihren Auswüchsen. Die Befürchtungen, die ängstliche oder übervorsichtige Eltern ständig hegen und vermitteln, führen zu fast denselben Symptomen.

Ich freu mich, wenn du dich traust – der erste Schritt ist so wichtig und gut!

Deine Pfad(e)findercoachine

Karin Lieberenz aus OFriLa